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Paper Mario
Über fünf Jahre ist es mittlerweile her, dass Mario als Papierwesen durch die Welt gezogen ist. Mit Super Paper Mario wurde ein ganz anderer Weg in der Serie eingeschlagen. Es gab keine offenen Welten mehr und auch das Kampfsystem, welches für RPG typisch war, wurde anders umgesetzt als erhofft. Viele Fans waren von dem Spiel enttäuscht und haben auf ein besseren Nachfolger gewartet. Ob Paper Mario: Sticker Star den hohen Erwartungen der Fans gerecht wird, erfahrt ihr in unserem Review.
Das Spiel beginnt mit dem Stickerfest. Bei diesem Festival fällt ein Komet auf das Pilzkönigreich herab und erfüllt jedem Einwohner in dieser Nacht seinen Wunsch. Bösewicht Bowser nutzt natürlich die Gunst der Stunde und zerschlägt den Kometen in sechs Teile die sich über das ganze Land verteilen. Darüber hinaus entführt er, wie sollte es auch anders sein, Prinzessin Peach. Nach dieser kurzen Einleitung beginnt das Spiel auf dem Festival-Gelände, wo ihr eure Helferin Kersti kennen lernt. Sie wird euch nun bei der Suche nach den sechs Royalstickern und der Prinzessin helfen und euch mit vielen Tipps unterstützen.

Mit ihr an der Seite, müsst ihr zunächst erstmal alle Bowser-Bänder und sonstige Sticker von den Wänden lösen um so alle Toads zu befreien und den Dorfplatz wieder ausrollen zu können. Hierbei fällt schon eins auf, es gibt eine Menge Sticker, welche in diesem Teil der Serie auch die Hauptrolle spielen.
Mit den ersten 20 Stickern im Gepäck beginnt auch der erste Kampf. Das Kampfsystem wurde hierbei verändert. Eure Aktionen wählt ihr hierbei nicht wie sonst üblich über Sprung, Hammer oder Sternenenergie aus, sondern ihr nutzt die Sticker, um den Gegner Schaden zuzufügen. Zur Auswahl stehen euch hier neben Sprung- und Hammer-Sticker auch exotische Varianten wie ein Knochen zum werfen oder ein blauer Panzer zum schießen. Anders ausgedrückt: Was in den Vorgängerversionen Items, Sprung und Hammer waren ist jetzt ein Sticker. Insgesamt 96 verschiedene Exemplare gibt es, die je nach Gegner ihre Stärke haben.


Sind die ersten Gumbas besiegt, geht es zur Levelauswahl. Wie auch schon in Super Paper Mario, kann in diesem Teil jeder Abschnitt in der Welt einzeln ausgewählt werden. In Welt 1 wird eine bunte Ebene durchstreift. Nach kurzer Spielzeit, wird noch ein neues und wichtiges Element im Spiel eingeführt. Das papierisieren, komischer Name für etwas total cooles. Die gesamte Spielwelt wird auf Papier gelegt und an bestimmten Stellen können nun Sticker aufgeklebt werden. So sammelt ihr unterwegs verschiedene Dings (dies sind Objekte, welche man sonst eigentlich aus der Realität kennt) und Schnipsel ein, welche die Spielwelt etwas verändern. Zum Beispiel, kann durch einen Brückenschnipsel der Fluss überquert oder mit einem Staubsauger eine Müllhalde gesäubert werden. Die verschiedenen Dingse, die im Spiel gefunden werden können, müssen dafür aber vorher in einen Sticker verwandelt werden. Und falls sie dann nicht zum aufkleben gebraucht werden, erweisen sie auch eine nützliche Rolle in den Kämpfen, wo sie besonders starke Gegner ruck zuck erledigen.

Um am Ende nicht die Übersicht über die ganzen Sticker zu verlieren, gibt es ein Sticker-Museum, indem du alle Exemplare einmal aufkleben kannst. Neben Infos zum Sticker, erfährst du auch die Angriffsstärke und den Fundort. Manche dieser Sticker kannst du beispielsweise in den verschiedensten Läden kaufen, anderen hingegen sind gut in den Levels versteckt. Allgemein muss im Spiel sehr viel geknobelt, gesucht und ausprobiert werden. Manche Rätsel haben es echt in sich und erfordern eine kleine Spürnase. Hat man die Lösung dann endlich gefunden, fässt man sich an den Kopf, da es doch so logisch war. Auch die Tipps die Kersti einem gibt, sind nicht immer eindeutig bzw. gibt sie diesen auch nur, wenn man im entsprechenden Raum ist, wo das Rätsel gelöst werden muss. Dies ist zwar hilfreich, wenn man weiß wo das Rätsel gelöst werden muss, aber ist dies noch offen, so irrt man doch ein wenig orientierungslos umher.

Die Story selbst ist mit dem Anfang eigentlich schon erzählt. Auf der Suche nach den sechs Royalstickern, wird aber noch immer eine kleine „extra“ Geschichte in der jeweiligen Welt erzählt, die im Boss-Kampf aber auch schon ihr wieder endet. Auch an Sidequests mangelt es im Spiel. So muss zwar das Sticker-Museum gefüllt und auch kann Luigi ein paar Mal im Hintergrund entdeckt werden, doch das war es dann auch schon. Ein Prüfung der 100 wie in Paper Mario 2 und Super Paper Mario gibt es Beispielsweise nicht. Auch kann nichts mehr gekocht werden, was das Spiel immer ein wenig aufgelockert hat und jedes Mal eine Herausforderung stellte, alle Rezepte zu finden.


Ebenso fehlen die Partner im gesamten Spiel. Nur Kerstin begleitet den Klempner auf seiner ganzen Reise, im Kampf selbst wird sie aber nur durch das sogenannte Sticker-Rad aktiv, mit welchem man die Aktionszahl auf drei pro Runde erhöhen kann. Auch wenn es über 100 unterschiedliche Sticker gibt, wirkt das Kämpfen so ein wenig monoton. Zum einen ähneln sich die Sticker, zum anderen sieht man keinen Erfolg durch das Besiegen eines Gegners, da die Erfahrungspunkte fehlen.

Punkten kann das Spiel hingegen in der Grafik und in der musikalischen Untermalung. Der 3D-Effekt funktioniert gut und lässt das Spiel so wirken, als wenn alles auf eine Bühne aufgeklebt ist. Besonders beim springen von einer Plattform zur anderen (gerade bei bewegten Plattform vom Hintergrund in den Vordergrund) ist es ratsam den 3D-Regler nach oben zu schieben um es viel einfacher sicher auf die andere Seite zu schaffen.
Die Musik ist passend zur Umgebung komponiert und typisch Mario. Fast ausschließlich neue Stücke sind verarbeitet worden, welche keinesfalls nervig wirken.

Nach gut 35 Stunden Spielzeit sollten alle Sticker gefunden und die Royalsticker eingesammelt sein. Der Umfang des Spiels ähnelt Super Paper Mario und stellt den Spieler vollkommen zu frieden.


Fazit
Insgesamt ist Paper Mario: Sticker Star ein mutiger Schritt von Nintendo. So wird nicht nur auf ein klassisches Kampfsystem verzichtet, sondern auch noch auf die Partner, die Mario sonst während seiner Reise kennengelernt hat. Trotz alledem ist das Spiel gelungen. Es macht Spaß die vielen kniffligen Rätsel zu lösen und auch nach stundenlangem zocken kommt keine Langeweile auf. Gerade der Schwierigkeitsgrad macht das Spiel meiner Meinung nach besser als Super Paper Mario, doch kann es leider nicht an die Qualität von Paper Mario und Paper Mario 2 anknüpfen.
Kleiner Trost, das Spiel kann dank 3DS auch unterwegs gespielt werden.

Tester: Jonathan Kocher alias Mario

Vielen Dank an Nintendo für die freundliche Bereitstellung eines Download-Codes.
Grafik: 9/10 mariofans.de
Silber-Award

83,75%
Sound: 8/10
Spielspaß: 8/10
Steuerung: 8,5/10

 
Gesamt: 33,5/40