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Nintendo hat mit dem Nintendo 3DS eine "neue" Handheld Generation gestartet. Bereits zur E3 2010 wurde die Katze aus dem Sack gelassen und das Gerät erstmalig der Öffentlichkeit präsentiert. Bis zum 25. März 2011 musste sich zwar noch geduldet werden, doch mittlerweile ist das kleine 3D-Wunder erhältlich. Was das Ding alles kann und für wen sich ein Kauf lohnt, erfahrt ihr in unserem Testbericht.

Aber fangen wir ganz am Anfang an, bei der Verpackung. Diese ist nicht nur groß, sondern auch noch neben dem 3DS vollgestopft mit Sicherheitshinweisen und Handbüchern, die etwa die Hälfte der Verpackung einnehmen. Dazu bekommt ihr aber noch eine 3DS-Ladestation mit Netzteil, welche wirklich praktisch und den 3DS zu Hause sicher hält, schützt und natürlich auch auflädt. In einer weiteren Tüte befinden sich die sechs AR-Karten (Augmented-Reality), auf die ich noch später genauer eingehe. Und natürlich gibt es noch einen neuen Nintendo 3DS-Touchpen, der diesmal Teleskopisch ist, heißt die Größe kann verstellt werden ebenso bereits im Gerät enthalten ist eine 2GB Große SD-Karte, auf der eure persönlichen Daten gespeichert werden.

Nachdem die Grundeinstellungen (Name, Alter, Internetverbindung) vorgenommen wurden, kommt erstmals der 3D-Effekt zum Einsatz. Das ganze "neue" Menü strotzt nur so von 3D-Effekten. So drehen sich die Icons immer im Raum oder hüpfen wild herum und machen auf sich aufmerksam. Dabei wirkt das Menü nicht überladen, sondern jede Software hat ihren eigenen Platz und kann nach belieben sortiert werden. Wer lieber mehr auf einen Blick haben möchte, kann auch noch festlegen, wie viele Titel in einer Spalte und Reihe zu sehen sein sollen.

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Die Menüführung und der Webbrowser
Zum Menü gehört auch der Home-Button, welcher die aktuelle Software pausiert und dem Spieler das Home-Menü präsentiert. Ein weiterer Knopfdruck auf den Home-Button, lässt die Software ohne Verzögerung wieder weiterlaufen.
In dem pausierten Modus kann zwar keine neue Software mehr gestartet werden, jedoch können Notizen zum Spiel angelegt werden oder im Webbrowser nach einer Lösung fürs aktuelle Spiel gesucht werden. Für manche Spiele echt hilfreich!
Da wir eben schon den Webbrowser angesprochen haben, wollen wir noch ein zwei Worte zu ihm verlieren. Bereits integriert und ein wenig aufgehübscht, macht es Spaß auf dem 3DS seine Lieblingsseiten anzusteuern oder wie gesagt nach einer Lösung zu suchen. Praktisch ist, dass der Seiteninhalt vom unteren auf den oberen Bildschirm beim scrollen rutscht. Die Navigation klappt sehr gut, sowohl mit Knöpfen, als auch über den Touch-Screen St.

Freundescode
Was neben dem Webbrowser verbessert wurde, ist das Freundescode-System. So muss nicht immer lästig zu jedem Spiel von jedem Spieler der Freundescode eingetragen, sondern es reicht, wenn der Spieler einmal auf dem 3DS mit nur einem Freundescode registriert wurde. Sofern dieser zugestimmt hat, kann auch seine Lieblingssoftware und aktuelle Software bestaunt werden und der Online-Status eingesehen. Fehlt nur noch die Funktion, dass eine Meldung kommt, wenn ein Freund online ist. Auch kann man ihm keine Kurznachricht zu kommen lassen, schade.

AR-Games
Sehen wir uns weiter im Menü um, fällt ein Symbol mit einem Fragezeichen auf. Ein klick drauf, lüftet das Geheimnis. Es handelt sich hierbei um die Software, für die mitgelieferten AR-Karten, welche übersetzt für Erweiterte Realität stehen. Und dies wird hier auch unter Beweis gestellt. Den 3D-Regler voll aufgedreht erwartet uns zur Einführung ein Zielscheiben Schieß-Spiel. Die Karte erzeugt einen virtuellen Raum und es müssen die Zielscheiben in den verschiedensten Winkel und auf mehreren Ebenen getroffen werden. Wer dies zum ersten Mal spielt, wird den Mund so schnell nicht mehr zu kriegen. Es ist einfach genial, wie aus einer platten Karte z.B. ein Monster wächst oder sich die Oberfläche (in diesem Fall die Tischplatte) auf dem Bildschirm um 180º Grad dreht, obwohl die Karte unverändert auf dem Tisch liegt. Neben dem Zielscheiben schießen kann auch doch Billard gespielt werden und aus einem virtuellen Teich können über 30 verschiedene Fische geholt werden. Auch ist es möglich, mit seinen Lieblingsfiguren (Mario, Kirby, Link, Samus, Pikmin und dem ?-Block) eine Szene zu arrangieren und sie dann als 3D-Bild festzuhalten. Man merkt schnell, wie viel potenzial hinter den Karten steckt und kann nur hoffen, dass Nintendo dieses für kommende 3DS-Spiele nutzen wird.

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Face Raiders
Ein weiteres lustiges, bereits vorinstalliertes Minispiel ist Face Raiders. Hier fotografiert ihr die Gesichter eurer Freund und müsst sie dann abschießen. Dabei bewegt ihr euch mit dem 3DS durch den Raum und seht auf dem Bildschirm, wo sich die Gesichter eurer Freunde befinden. Je nach Level, befindet ihr euch schließlich komplett im Weltraum und müsst durch Bewegungen des 3DS den angreifen ausweichen und die Miis suchen. Ein nette Spielerei, die aber nur in den heimischen Vierwänden funktioniert oder einem ungestörten freien Raum. Wer auffallen will, kann dieses Spiel auch gerne im Bus oder in der U-Bahn starten.

Schrittzähler, Spotpass und Streetpass
Eine weitere Neuerung ist der Schrittzähler. Bekannt aus den beiden Pokémon Spielen Pokémon HearthGold und SoulSilver, wo noch ein Pokéball diese Aufgabe übernommen hat, ist sie diesmal gleich im Gerät integriert. Der Sinn dahinter ist eigentlich ganz einfach, gehe 100 Schritte und erhalte dafür eine Spielmünze. Diese können dann z.B. bei den AR-Games gegen weitere Minispiele ausgegeben werden. Ebenfalls neue ist Spotpass. Über diesen Dienst informiert euch Nintendo, wenn es z.B. ein System-Update gibt. Aber Spotpass kann auch zum aufspüren von drahtlosen Internet-Access-Points und Hotspots verwendet werden. Als letztes gibt es noch Streetpass im Nintendo 3DS. Hierbei werden Daten ausgetauscht, wenn ihr in der Nähe einer anderen Personen vorbeilauft, die auch einen 3DS besitzt. Diese Daten können z.B. kleine Musikstücke für den Nintendo 3DS Sound sein, oder Miis oder aber auch neue Spielinhalte für manche 3DS-Titel.

eShop und Nintendo Video
Diese beiden Titel sind erst seit kurzem verfügbar, aber auf neuen Geräten bereits installiert. Hinter dem eShop verbirgt sich, wie der Name schon vermuten lässt. Eine virtuelle Kaufhalle, in der neue und alte DSiWare-Titel erworben können, sowie auch Virtual Console-Titel. Desweiteren kann hier das Nintendo Magazin betrachtet und 3D-Trailer runtergeladen werden. Ein wirklich nette Software, die viel bietet aber leider auch dementsprechend unübersichtlich ist. Einen bestimmten Titel zu finden, besonders die alten DSi-Ware-Titel ist gar nicht so leicht. Einen Pluspunkt gibt es aber, da das Nintendo-Magazin direkt im Shop angesehen werden kann und nicht erst auf das Gerät geladen werden muss. Dies ist leider bei den 3D-Videos der Fall. Einen weiteren Pluspunkt gibt es, da die Titel Pokédex 3D und 3D Classics Excitebike kostenlos runtergeladen werden können.
Bei Nintendo Video handelt es sich um die Videothek von Nintendo, in der in gewissen Abständen 3D-Videos angesehen können. Den Anfang macht eine kurzer Dokumentarfilm zum Konzert von den Fantastischen Vier und eine 3D Zeichentrick-Serie. Eine nette Spielerei, die aber für die meisten uninteressant ist.

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Weitere Software
Auch noch auf dem Gerät installiert ist Nintendo 3DS Sound (Software zum aufnehmen von Sprachmemos), Nintendo 3DS-Kamera (Software zum schießen von 3D-Fotos) leider ist hierbei die Qualität nicht gerade gut und die Bilder sehen nur auf dem kleinen Bildschirm vom 3DS ansprechend aus.

Praktisch ist, dass der 3DS abwärtskompatibel ist. So kann die gute alte DS-Sammlung auch weiterhin gezockt werden. Da der Bildschirm vom 3DS aber größer, kommt es zur interpolierung. Das heißt, es findet eine Schärfeverlust statt. Diese Interpolierung kann allerdings mit einem einfachen Trick umgangen werden, indem wir beim Startvorgang eines DS-Spiels die Start- und auch die Select-Taste gleichzeitig gedrückt gehalten lassen. Sobald das Spiel startet bemerken wir, dass das Bild in einer deutlicheren Schärfe dargestellt wird. Allerdings auch einen ganzen Tacken kleiner, als es noch bei den beiden Bildschirmen des Nintendo DS der Fall war. Trotzdem ist es gut, dass Nintendo diese Funktion zumindest eingebaut hat.

Handhabung und Design
Nachdem wir viele Stunden mit dem Gerät verbracht haben, können wir nur, sagen, dass der Nintendo 3DS super in der Hand liegt. Er ist zwar schwerer als der Nintendo DS Lite und auch sind die Knöpfe anders verteilt, jedoch sind dies nur Kleinigkeiten, die wohl nicht jeder Spieler hat. Dafür sind aber die Knöpfe besser zu drücken und fühlen sich beim spielen besser an, als es noch beim Vorgänger war. Auch gut gemacht, ist die kleine Hervorhebung der L- und R-Knöpfe, die nun besser gedrückt werden können. Die Stufenlose Regelung vom 3D-Effekt klappt super und man nimmt sie auch wirklich so war. Ebenso einfach wie die Steuerung des 3D-Effekts kann auch der Sound eingestellt werden und die Wi-Fi-Connection.
Von außen, wie auch von innen sieht der 3DS meiner Meinung nach sehr edel aus und macht einen soliden Eindruck. Etwas fehlt platziert ist der Touchpen, der sich nun neben dem Cartridge-Slot befindet und so umständlich hervorgezogen werden muss und sich auch nicht mehr so schnell und leicht verstauen lässt. Praktisch ist jedoch, dass der Stift von der Größe verstellt werden kann und so in jede Hand passen sollte.

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Grafik und Sound
Die Grafik vom 3DS hängt natürlich stark von der Software ab, jedoch hat das Gerät ordentlich power und die ersten 3DS-Trailer zeigen, dass vieles schon aus dem 3DS herausgeholt wird. Das Tiefenverhältniss kann dabei durch den 3D-Regler an der rechten Seite eingestellt. Dies ist wirklich sehr praktisch, denn nicht jedes Auge nimmt den 3D-Effekt gleich gut wahr.
Wer aber auf einem oder beiden Augen eingeschränkt ist, für den ist der Effekt nicht wahrnehmbar.

Fazit
Anfangs hat mich der 3DS nur wenig begeistern können. Da ich selbst nicht wirklich 3D-Filme mag und auch nicht den wirklich Sinn hinter diesem Gerät verstanden habe. Nachdem ich aber mehrere Stunden mit dem Gerät und besonders Ocarina of Time 3D verbracht habe, konnte ich den 3D-Effekt gar nicht mehr ausschalten und auch nicht wirklich die Konsole beiseite legen. Es hat zwar ein wenig gedauert bis ich die richtige Position zum spielen und gucken gefunden hatte, doch ist diese einmal gefunden, taucht man förmlich ein in die Spielewelt. Einziger Nachteil dieser Faszination und darauf folgenden Spielzeit ist, dass man tatsächlich langsam Kopfschmerzen bekommt. Es strengt wirklich an auf den kleinen Bildschirm zu gucken und 1h konstant den 3D-Effekt zu nehmen. Vermieden werden kann dies aber durch eine kurze Pause.
Die vorinstallierte Software von Nintendo ist sehr interessant und man sollte sie zumindest für 20 Minuten ausprobieren. Wer sich nämlich mehr mit ihr beschäftigt, wird merken, dass Nintendo hier nur einen kleinen Vorgeschmack bietet, was hoffentlich in größer und schicker noch kommen wird.
Nintendo hat bewiesen, dass man den DS noch weiter verbessern kann und wirklich viel Content auf eine tragbare Konsole passen.
Kritikpunkte sind für mich aber, dass kein Tuch dem 3DS beiliegt, mit dem man den oberen Bildschirm putzen kann. Denn hier sammelt sich schnell Staub und Dreck und versaut so den 3D-Effekt. Auch ist die Akkulaufzeit bei vollem 3D-Effekt nicht gerade ewig. Deswegen auch auf kurzen Reisen zu Verwandten und Freunden immer das Ladegerät einpacken.

Tester: Jonathan Kocher alias Mario

Vielen Dank an Nintendo für die freundliche Bereitstellung eines Testgerätes.